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Giovanni di Lorenzo
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Giovanni di Lorenzo (* 9. März 1959 in Stockholm) ist ein Journalist. Er ist Chefredakteur der Wochenzeitung Die Zeit,
Mitherausgeberdes Berliner Tagesspiegels und Moderator der Talkshow 3 nach 9 bei Radio Bremen. Er besitzt die
italienischeund die deutsche Staatsbürgerschaft, letztere seit 2004.[1]

Inhaltsverzeichnis
1 Leben
2 Beruf
3 Sonstiges
4 Auszeichnungen
5 Schriften
6 Weblinks
7 Einzelnachweise

Leben
Di Lorenzo wuchs als Sohn des ItalienersCarlo di Lorenzo und der Deutschen Marianne Matull zunächst in Italien, ab dem
elften Lebensjahr bei seiner Mutter und seinem Zwillingsbruder Marco in Hannover auf und besuchte dort zunächst das
Ratsgymnasium und später bis zum Abitur die Tellkampfschule.[2] Er studierte an der Ludwig-Maximilians-Universität
München Kommunikationswissenschaft, Neue Geschichte und Politik. Seine Magisterarbeitschrieb er über Strategie und
Aufstieg des Privatfernsehensin Italien am Beispiel der Networks von Silvio Berlusconi.

Seit 2005 ist er mit der Moderatorin Sabrina Staubitz liiert und hat gemeinsam mit ihr eine Tochter.

Beruf
Seine journalistischeTätigkeit begann er 1979 bei der hannoverschen Tageszeitung Neue Presse (bis 1982), wo er auf seinen
journalistischenMentor Michael Radtke traf. Außerdem arbeitete er für das Stadtmagazin Schädelspalter.

Erste Erfahrungen im Fernsehen machte di Lorenzo mit Live aus dem Alabama, dem wöchentlichen Jugendmagazin des
Bayerischen Rundfunks. Ab März 1984 ergänzte er das Moderatorenteamund wurde 1986 zusammen mit seinen Kollegen für
eine Sendung über AIDS mit dem Adolf-Grimme-Preis in Silber ausgezeichnet. 1988 und 1989 moderierte er die ARD-
Kulturreportage live vom Münchner Filmfest. Seit 1989 wird die Fernseh-Talkshow 3 nach 9 von ihm mitmoderiert.

Von 1985 bis 1986 wirkte er als Berater an der Neugestaltung der Süddeutschen Zeitung und des Münchner Stadtanzeiger mit.
Im Mai 1987 wurde di Lorenzo Mitglied der innenpolitischenRedaktion der Süddeutschen Zeitung, von Mai 1994 bis Ende
1998 Ressortleiterder Reportagen vorbehaltenen Seite Drei. Anfang 1999 wechselte er als Chefredakteur zur Berliner
Tageszeitung Der Tagesspiegel. Seit August 2004 ist er Chefredakteur der ebenfalls bei der Verlagsgruppe Georg von
Holtzbrinck erscheinenden Wochenzeitung DIE ZEIT und außerdem einer von zurzeit drei Herausgebern des Tagesspiegel.

Im November 2011 veröffentlichteer ein vierseitigesInterview mit Karl-Theodor zu Guttenberg in der Wochenzeitung Die
Zeit und kurz darauf mit Guttenberg ein gemeinsames Buch. Länge und Inhalt des Interviews hatten zahlreiche
Leserbeschwerden zur Folge und wurden von einem Großteil der deutschen Presse kritisiert: Man warf ihm besonders
mangelnde Distanz vor, wenn nicht gar Werbung.[3][4] Di Lorenzo antwortete darauf, dass Guttenberg ein Forum gegeben

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werden könne, da er weder Extremist noch Verbrecher sei. Eine Rückkehr Guttenbergs hänge nicht von ihm als Journalisten,
sondern von den Wählern ab.[5] Im April 2012 äußerte er gegenüber der Berliner Zeitung, dass das Buch ein Fehler war, den
er bereue.[6]

Sonstiges
Di Lorenzos erster Zeitungsartikelerschien unter dem Pseudonym Hans Lorentz, da der verantwortliche Redakteur di
Lorenzos Namen für einen Künstlernamen hielt und dieser ihm zu fantasievollerschien.

1992 war di Lorenzo Mitorganisatorder ersten deutschen Lichterketten gegen Fremdenfeindlichkeitunter dem Motto
München – eine Stadt sagt Nein.

Aufgrund seines Buches über einen Rechtsradikalen im Jahr 1984 wurde di Lorenzo von der damaligen Moderatorin Amelie
Fried für eine Sendung über das Thema Rechtsradikalismusbei Live aus dem Alabama aufgesucht. Beide verband die
gemeinsame Studienzeit. Im gleichen Jahr noch übernahm di Lorenzo die Mitmoderation. Di Lorenzo: „Ich kam als Gast und
ging als Moderator.“ 1998 „revanchierte“ sich di Lorenzo bei Amelie Fried, als eine Nachfolgerin für die verstorbene Juliane
Bartel bei 3 nach 9 gesucht wurde. Von 1998 bis zum Ausscheiden von Fried August 2009 moderierten sie die Talkshow
gemeinsam. Von September 2009 bis Januar 2010 war Charlotte Roche neben di Lorenzo Moderatorin des Formats.[7]

1987 drehte er für den Bayerischen Rundfunk die Sendereihe Briefe aus Italien, bei der er im Wechsel mit Aviva Ronnefeld
über italienischeKleinode (Städte und Regionen) berichtete.

Di Lorenzo engagiert sich für die Aufarbeitung der SED-Diktatur, seit 2003 ist er Gründungsmitglieddes Fördervereins[8] der
Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen.

Im Februar 2010 schaltete sich di Lorenzo in die Hartz-IV-Debatte ein, wobei er eine „massenhafte Einwanderung in die
sozialen Netze“ unterstellte.[9] Freitag-Chefredakteur Philip Grassmann bezeichnete dies als „ausländerfeindlich“ und hielt
entgegen, dass mit der Reform des Familiennachzugs(2005) ein Nachweis des Unterhalts erforderlichsei.[10]

Di Lorenzo sitzt im Kuratorium von JournalistsNetwork.

Auszeichnungen
2009 Julius-Hirsch-Preis – Ehrenpreis der Jury[11 ]
2007 Chefredakteur des Jahres – Auszeichnung vom Medium-Magazin
2007 Hildegard-von-Bingen-Preis für Publizistik
2006 Medienpreis für Sprachkultur – Sparte Presse
2005 Premio Ischia, einer der angesehensten italienischenJournalistenpreise; „Horizont”: Mann des Jahres in der
Kategorie „Medien und Media”
2001 Preis der europäischen Presse – RAI/RadiotelevisioneItaliana
2001 Goldene Feder für seine Tätigkeit als Chefredakteur des Tagesspiegels
2001 München leuchtet
1993 Theodor-Wolff-Preis
1992 Bambi
1986 Adolf-Grimme-Preis

Schriften
Stefan, 22, deutscher Rechtsterrorist: „Mein Traum ist der Traum von vielen“. Rowohlt, Reinbek 1984, ISBN
3-498-03827-3.
Auch unsere Generation hat Werte. Aber welche? Stiftung Bundespräsident-Theodor-Heuss-Haus, Stuttgart 2009,
ISBN 978-3-9809603-6-6.
Auf eine Zigarette mit Helmut Schmidt. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2009; Taschenbuch ebd. 2010, ISBN
978-3-462-04215-3.

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Wofür stehst Du? Was in unserem Leben wichtig ist – eine Suche (mit Axel Hacke). Kiepenheuer & Witsch, Köln 2010;
Taschenbuch ebd. 2011, ISBN 978-3-462-04372-3.
Wölkchen, Simon und der Regenbogen (mit Sabrina Staubitz). Carlsen, Hamburg 2011, ISBN 978-3-551-05200-1 (Pixi-
Bücher, Nr. 1807).
Vorerst gescheitert: Karl-Theodor zu Guttenberg im Gespräch mit Giovanni di Lorenzo. Herder, Freiburg im Breisgau
2011, ISBN 978-3-451-30584-9.
Verstehen Sie das, Herr Schmidt? Kiepenheuer & Witsch, Köln 2012, ISBN 978-3-462-04486-7.

Weblinks
Wikiquote: Giovanni di Lorenzo – Zitate

Giovanni di Lorenzo in der deutschen (http://www.imdb.de/name/nm0998420/) und englischen (http://www.imdb.com/


name/nm0998420/) Version der Internet Movie Database
Literatur von und über Giovanni di Lorenzo (https://portal.d-nb.de/opac.htm?query=Woe%
3D124180868&method=simpleSearch) im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
Vom Paradies in die Hölle und zurück - Meine Lehrjahre: Giovanni di Lorenzo, aufgezeichnet von Dorothée Stöbener
(http://www.zeit.de/2001/36/200136_c-lehrjahre-lore.xml?page=all)
Giovanni di Lorenzo bei 3 nach 9 (http://www.radiobremen.de/fernsehen/3_nach_9/dilorenzo100.html)

Einzelnachweise
1. Josef Seitz: Medien: „Bollwerk gegen den Zeitgeist“ (http://www.focus.de/kultur/medien/medien-bollwerk-gegen-den-
zeitgeist_aid_203452.html) – Die „Zeit“ bekommt einen neuen Chefredakteur. Er fühlt als Italiener. Und Deutscher.
Und: als Preuße (Interview des „Focus”, 28. Juni 2004)
2. Welche Schule für mein Kind?, Verlagsbeilage der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung vom 12. Januar 2011, S. 4.
3. Kapitän überraschend in Not. (http://taz.de/Di-Lorenzo-verteidigt-sich-und-zu-Guttenberg/!82928/) In: TAZ . 1.
Dezember 2011
4. etwas später auch: Der Journalismus tritt in den Hintergrund: Wenn das Marketing feiert (http://www.taz.de/Debatte-
Die-Zeit-und-Guttenberg/!83188/) , von Wolfgang Storz, TAZ , 6. Dezember 2011
5. Die Zeit: "[1] (http://www.zeit.de/2011/49/Leserkritiken-Guttenberg) Stellungnahme di Lorenzos vom 1. Dezember
2011
6. Di Lorenzo bereut Guttenberg-Interview. (http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,825692,00.html) In: Spiegel
Online vom 4. April 2012
7. Michael Hanfeld: "Charlotte Roche verlässt Talkshow „3nach 9“ (http://www.faz.net/s/
Rub510A2EDA82CA4A8482E6C38BC79C4911/
Doc~ED17B59FED9CC462382955C3B44DEBE52~ATpl ~Ecommon~Scontent.html?rss_aktuell) " - Frankfurter
Allgemeine Zeitung vom 18. Januar 2010
8. Homepage des Fördervereins der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, Gründung (http://www.foerderverein-hsh.de/
gruendung.html)
9. "Richtig im Falschen (http://www.zeit.de/2010/08/01-Hartz-IV?page=all) " - DIE ZEIT Nr. 08 vom 18. Feb. 2010
10. "Ein unappetitlichesSpiel (http://www.freitag.de/datenbank/freitag/2010/07/giovanni-di-lorenzo-auslaender-hartz-zeit/
print) " - Freitag vom 19. Feb. 2010
11. DFB, Mutige Löwen gegen rechte Rattenfänger, 9. September 2009 (http://www.dfb.de/index.php?id=500014&tx_
dfbnews_pi1%5BshowUid%5D=19595&tx_dfbnews_pi4%5Bcat%5D=108)

Normdaten (Person): GND: 124180868 | LCCN: n84234228 | VIAF: 67392592 |


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Fernsehmoderator(Deutschland) Radio Bremen (Fernsehen) Herausgeber Italiener Deutscher Geboren 1959 Mann

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