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L’ARTE DELLA

SCORDATURA
VIOLIN WORKS FROM BIBER TO TARTINI

MAYUMI HIRASAKI
MICHAEL FREIMUTH | LORENZO GHIELMI
JOHANNES LOESCHER | CHRISTOPH URBANETZ
LʼARTE DELLA SCORDATURA
HEINRICH IGNAZ FRANZ BIBER CARLO AMBROGIO LONATI PIETRO CASTRUCCI (1679–1752)
(1644–1704) (1645–c. 1715) Sonata No. 12 in A Minor
Sonata No. 6 in C Minor, C 143 Violin Sonata No. 1 (No. 7) in G Minor from: Sonate a Violino e Violone o Cembalo,
from: Sonatae, Violino solo from: Xll Sonate a Violino e Basso Op. 1 (Amsterdam, 1718)
(Salzburg/Nuremberg, 1681) (Milan, 1701) 26 Preludio [Improvisation] 00:54
01 [no title] 01:36 14 Toccata [Improvisation] 01:10 27 Adagio Andantissimo 02:31
02 Passacagli 05:24 15 Sostenuto - Largo 02:18 28 Allegro - Adagio - Allegro -
03 Harpeggio - Adagio 01:38 16 Alemanda. Adagio - Allegro 02:32
04 Gavotto 02:21 Adagio - Variatio 05:08 29 Adagio 00:23
05 Adagio - Allegro 02:59 17 Spiritoso - Presto 02:04 30 Andante Partite 02:27
18 Vivace - Variatio 03:59
JOHANN JOSEPH VILSMAYR 19 Menuet 01:21 GIUSEPPE TARTINI (1692–1770) BIAGIO MARINI (1594–1663)
(1663–1722) Pastorale in A Major 34 Sonata Seconda d’inventione
Violin Partita No. 5 in G Minor ANONYMOUS from: XII Solos for a Violin with a Thorough Per il Violino 03:49
from: Artificiosus Concentus Balletto for Violin Solo in G Minor Bass, Op. 1 (London, 1734) from: Sonate, Symphonie, Canzoni ...
pro Camera (Salzburg, 1715) selected from: Ms. musical archives con altre curiose & moderne
31 Grave 04:32
Kremsier/Kroměříž Sign. A4683 (after 1670) inventioni, Op. 8 (Venice, 1629)
06 Prelude. Harpeggio 01:43 32 Allegro 03:10
07 Gavott. Allegro 01:26 20 Allemanda 02:28 33 Largo - Presto - Largo -
08 Saraband. Adagio 03:10 21 Corrente 01:22 Presto - Andante 03:42 total time: 75:44
09 Rigodon. Allegro 01:16 22 Sarabanda 02:33
10 Guique. Allegro 00:33 23 Gigue 00:59
11 Menuett 01:15 24 Variatio 00:55
12 Boure 00:55 25 Double 01:02
13 Retirada. Allegro 01:35
CHAMÄLEON DES KLANGS
MAYUMI HIRASAKI JOHANNES LOESCHER
violin violone Biagio Marini, in der Geigenstadt Brescia geboren und einer der ersten auch
nördlich der Alpen gastierenden Violinvirtuosen, versprach nicht zu wenig,
Violins by Violone by Michael Bochem
• Christian Sager (Zürich, 2003) (Cologne, 1731) als er 1629 im Untertitel seiner Sonatensammlung op. 8 „curiose & moderne
Scordatura : g - d´- a´- e´´ Anonymous Italian bow (1st half inventioni“ ankündigte: ‚bemerkenswerte, moderne Erfindungen‘. Da wendet
[Biber & Marini] of the 18th century) [Castrucci] er beispielweise in einigen Sonaten die Doppelgrifftechnik an, mit der aus dem
Scordatura : g - d´- a´- d´´ [Biber, Melodieinstrument Violine zumindest zeitweilig ein mehrstimmig spielendes
Vilsmayr & Anonymous/Kremsier/ Harmonieinstrument wird. Und in der Sonata seconda d’inventione geht Marini noch
Kroměříž]
MICHAEL FREIMUTH weiter: Mitten im Stück, während sieben Takten, in denen nur die Basso-continuo-
lute / theorbo / baroque guitar
Scordatura : a - e´- a´- e´´ [Tartini] Instrumente spielen, verlangt er, dass auf der Violine die oberste Saite von e’’ auf
Scordatura : g - d´- a´- c´´ [Marini] • Theorbo after Raillich by Hendrik c’’ heruntergestimmt wird („Qui si accorda il Cantino in terza minore“). Kurz darauf
• Giuseppe Gaffino (Paris, c. 1750) Hasenfuss (Eitorf, 2002) folgen doppelstimmige Passagen, die sich den Abstand einer kleinen Terz zwischen
Scordatura : g - d´- g´- d´´ [Lonati] [Biber, Lonati & Marini] den beiden höheren Saiten grifftechnisch geschickt zunutze machen. Anschließend
• Workshop environment of Tielke • Lute after J. Ch. Hoffmann by wird während weiterer Continuo-Takte die oberste Saite für den Schlussteil der
(Hamburg, c. 1700) Hendrik Hasenfuss (Eitorf, 1999) Sonate wieder auf das übliche e heraufgestimmt („Qui si torna il Cantino in quinta“).
Scordatura : a - e´- a´- e´´ [Castrucci] [Preludio & Castrucci]
Die ‚Erfindung’, die hier bei Marini erstmals in der Musikgeschichte für die Violine
Bows by • Baroque guitar after Voboam
• Richard Moser (Cologne, 2018 & 2019) by Ralf Schröder (Berlin, 2019) dokumentiert ist, wird bald darauf unter dem Namen ‚Skordatur’ zum Begriff:
• Anonymous (c. 1730) [Lonati] Statt der üblichen Quintenstimmung des Instrumentes (g – d’ – a’ – e’’) wird eine
• Daniel Koop (Cologne, 2016) Alternative verwendet, in der man mindestens eine Saite auf einen anderen Ton
einstimmt. Das eröffnet ungewöhnliche Griffmöglichkeiten und damit neue
LORENZO GHIELMI Akkordfolgen im mehrstimmigen Spiel. Ebenso wichtig ist den Komponisten
CHRISTOPH URBANETZ harpsichord
aber, dass jede Skordatur dem Instrument einen anderen Charakter mit vielen
viola da gamba
Harpsichord by Burkhard Zander neuen Tonfarben verleiht. Die Violine wird damit wahrhaftig zu einem Chamäleon
Viola da gamba by Luc Breton after (Cologne, 1999) Ravalement des Klangs, das selbst den Spieler oder die Spielerin immer wieder mit neuen
Michel Colichon (Vaux-sur-Morges, 2005) after Ruckers/Couchet Schattierungen überraschen kann.
Bow by Luc Breton Etwa ein halbes Jahrhundert nach Marini legte der aus Böhmen stammende
(Vaux-sur-Morges, 2014) Meistergeiger Heinrich Ignaz Franz Biber einen Sonaten-Zyklus vor, der die
[Biber, Lonati & Tartini]
Möglichkeiten der Skordatur in ihrer ganzen Breite und Tiefe auslotete: „Du wirst orgelhafte Tremolo-Akkorde zur c-Moll-Grundtonart zurück – nicht jedoch zur
meine viersaitige Leier auf fünfzehn Arten verstimmt finden“, so umreißt er im Vorwort Grundstimmung der Violine! Immer wieder fallen als Effekt an Phrasenschlüssen
sein Konzept zu diesen instrumentalen Meditationen über die fünfzehn heiligen die gemeinsam auf dem Ton d klingenden oberen Saiten auf.
Mysterien des Rosenkranzgebetes. Gewidmet sind sie seinem Dienstherren, dem Das harmonische Fundament für die Violine liefern in der Aufnahme der
Salzburger Fürsterzbischof Max Gandolph von Kuenburg. Biber-Sonate eine Theorbe als Lauteninstrument und ein Cembalo. Daran
Die intensive künstlerische Auseinandersetzung mit diesen ‚Rosenkranz-Sonaten’ saß am Salzburger Hof um 1680 bevorzugt der noch heute als Tasten- und
hat die Geigerin Mayumi Hirasaki dazu bewegt, dem faszinierenden Phänomen Orchesterkomponist bekannte Kammerorganist Georg Muffat. Hinzu kommt zur
der Skordatur jetzt im weiteren barocken Repertoire nördlich und südlich der Verstärkung der Basslinie eine Viola da gamba, das Streichinstrument, das Adelige
Alpen nachzuspüren. Als Ausgangspunkt dazu hat sie eine andere Komposition von Rang seinerzeit bevorzugt spielten; jetzt ist Christoph Urbanetz ihr Interpret.
von Biber gewählt. Sie findet sich in seinen Sonatae, Violino solo. Im Gegensatz Drei Jahre nach der Veröffentlichung seiner Solosonaten für Violine wurde
zu den Rosenkranz-Sonaten, die damals Manuskript blieben, ließ Biber diese Biber von Fürsterzbischof Max Gandolph zum Hofkapellmeister ernannt, und
Sammlung von acht Kompositionen 1681 in Nürnberg drucken – mit Widmung an in dieser Stellung blieb er bis zu seinem Tod 1704. Zu seinen Untergebenen und
Max Gandolph, der ihn inzwischen vom privaten Kammermusiker zum Salzburger Schülern zählte seit dem 1. September 1689 ein Salzburger Geiger namens Johann
Vizekapellmeister befördert hatte. Joseph Vilsmayr; er stieg im Laufe der Zeit in den engeren Zirkel der fürstlichen
Die Skordatur hat Biber in der Druckausgabe geradezu versteckt: sie findet Kammermusiker auf. Das schwingt auch im Titel seiner Sammlung von sechs
sich singulär in der Mitte der sechsten Sonate. Dieses c-Moll-Stück beginnt in Violinwerken mit, die er 1715 in Druck gab: Artificiosus Concentus pro Camera.
Normalstimmung mit einer kurzen Einleitung, in der die Violine das lapidare Motiv Dass er diese ‚kunstvollen Kompositionen’ im weiteren als Werke für „Violino Solo
der Bassstimme imitiert, und mündet in eine weit ausgreifende Passacaglia, in Con Basso bellè imitate“ bezeichnete, aber keine Generalbassstimme überliefert
der sich über den Bass-Harmonien immer neue und größtenteils mehrstimmige ist, hat die moderne Musikforschung zunächst irritiert. Doch ist inzwischen
Variationen der Violine entwickeln. Nach der großartigen Schlusssteigerung klar geworden, dass Vilsmayr mit seiner Formulierung auf das mehrstimmige
dieser Passacaglia könnte die Sonate durchaus schon zu Ende sein. Doch unbegleitete Violinspiel abzielt: das Soloinstrument selbst imitiert die Bassstimme.
hinter einer Fermate notiert Biber unter dem Stichwort „Accordo“ in Noten die Ein Paradebeispiel dafür hatte wiederum Biber mit der Passacaglia am Ende seiner
Umstimmungsanweisung für die Violine. Deren obere Saite soll jetzt leer in d’’ statt Rosenkranz-Sonaten vorgelegt.
e’’ klingen, also in der Oberoktave zur dritten Saite. Mit einem Mal erhält das ganze Vilsmayr sieht für seine sechs Partiten vier verschiedene Skordaturen vor. Die
Instrument dadurch einen deutlich anderen, tiefer timbrierten Charakter. Nun Partita Nr. 5 steht wie Bibers skordierter Sonaten-Teil von 1681 in g-Moll, und
nimmt die Komposition mit einer weiteren Bassfigur einen neuen präludienhaften Vilsmayr wählt dafür ebenfalls die Violinstimmung g – d’ – a’ – d’’. Auch in der
Anlauf in g-Moll, die von der Violine zunächst im „Harpeggio“ mit gebrochenen Preludio-Eröffnung mit den Arpeggio-Akkorden kann man eine Anlehnung an
Akkorden und dann in einer Art Solokadenz mit schnellen expressiven Biber sehen. Es folgen sieben stilisierte Tanzsätze, die in ihren Satzbezeichnungen
Umspielungen bekräftigt wird. Nach einer munteren Gavotte findet die Sonate über zwar an die französische Suite erinnern, aber in der Abfolge ebenso frei mit deren

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Konventionen umgehen wie in der französischen Orthographie der Überschriften: Biber aus der Ferne noch seinen ehemaligen Olmützer Dienstherren beliefert hat,
Auf eine flinke, fast durchgehend einstimmige Gavott folgt eine Saraband, deren ohne dass sein Name in dem Manuskript vermerkt wurde?
melancholische Gravität durch akkordische Akzente betont wird. Im zweiten Die Violin-Skordatur wurde auch zu Bibers Zeiten keineswegs nur nördlich
Teil des Rigodon scheinen sich kurze Dialoge zwischen einem Diskant und einem der Alpen praktiziert. Für den stetigen kulturellen Austausch sorgte im
Bass-Instrument zu entwickeln – ein Effekt, der nach dem Verklingen von Guique, süddeutsch-österreichischen Raum schon das dominierende Herrscherhaus
Menuett und Boure in der abschließenden Retirada noch einmal vorgeführt wird. Habsburg dank seiner Besitzungen vor allem in Norditalien; am Kaiserhof in
Auch den Arpeggio-Beginn der Partita greift der Schlusssatz noch einmal auf. Wien wirkten auch jahrhundertelang vornehmlich italienische Musiker. Alleine
Vilsmayrs espritvolle Melodiegestaltung hat Mayumi Hirasaki animiert, die im Widmungsmanuskript für Kaiser Leopold I. (der auch selbst komponierte)
Abschnitt-Wiederholungen der einzelnen Sätze noch durch improvisatorische ist die wichtigste instrumentale Werksammlung seines Mailänder Untertanen
Ausschmückungen des Notierten zu bereichern. Carlo Ambrogio Lonati überliefert: die XII Sonate a Violino Solo e Basso. Als der
Dass Vilsmayr in seinen Partiten die Skordatur-Kunst seines Lehrers Biber Altersgenosse Bibers sie 1701 zusammenstellte, konnte er auf ereignisreiche
aufgriff, ist offenkundig. Wo aber liegen deren Wurzeln? Brachte Biber diese Jahrzehnte als Geiger, Sänger und Opernkomponist vornehmlich in Rom, aber
Praxis aus seiner böhmischen Heimat mit nach Salzburg? Ein Blick in die reich auch in Neapel und Genua, Mantua und Modena zurückblicken. Lonatis Soli
ausgestattete Musikbibliothek der Bischöfe von Olmütz im Bistumsarchiv von wirken weniger abgeklärt als die im Jahr zuvor veröffentlichten Sonaten op. 5 des
Kremsier (dem heutigen Kroměříž in Tschechien) deutet darauf hin. Hier war Biber römischen Violinmeisters Arcangelo Corelli, die heute als Genre-Klassiker gelten.
Kammermusiker beim Fürstbischof Karl von Liechtenstein-Kastelkorn, bevor er Man könnte aber auch sagen: Lonati ist origineller. Die Hälfte der Kompositionen
1670 eine Einkaufsreise zum Tiroler Geigenbaumeister Jacobus Stainer nutzte, setzt eine Skordatur voraus; die Sonata Nr. 1 der zweiten Bandhälfte steht in
um nach Salzburg zu wechseln. g-Moll und geht vom Herabstimmen der beiden obersten Violinsaiten um je einen
Dass man in Olmütz und Kremsier auch nach Bibers Weggang noch anspruchsvolle Ganzton aus, auf g – d’ – g’ – d’’. Es klingen auf den leeren Saiten also wechselnd
Violinliteratur schätzte, zeigt beispielhaft ein nach 1670 entstandenes Manuskript die Töne g und d im Oktavabstand.
mit Tanzsätzen für Violine solo in unterschiedlichen Skordaturen; leider sind diese Die Atmosphäre dieser norditalienischen Musik um 1700 beschwört aber
Balletti ohne Autorenangabe überliefert. Eine g-Moll-Suite darin verlangt wiederum zunächst eine von Lorenzo Ghielmi improvisierte Toccata  – wie Lonati ist
die Herabstimmung der obersten Violinsaite um einen Ganzton. Die Reihenfolge der Tastenspieler in der Continuogruppe der Aufnahme übrigens in Mailand
der Sätze ist im Manuskript etwas durcheinandergeraten  – die Gigue samt geboren, wenn auch mehr als 300 Jahre später. Danach demonstriert die Violine
Variationen findet sich einige Seiten vor der Allemanda, auf die nach dem Corrente in der Sonate über einem Liegeton des Basso continuo ihren warm timbrierten
gleich die Sarabanda und dann sofort das Double folgt; das aber stellt eindeutig eine Skordatur-Klang in wie improvisiert wirkenden Sechzehntelketten, bevor sie in
weitere Variation zur Gigue dar. In ihren geigerischen Ansprüchen steht die bald einem Largo-Abschnitt den imitatorischen Dialog mit der Bassstimme beginnt. Er
mehrstimmig, bald in virtuosen Läufen und Sprüngen angelegte Violinpartie den weitet sich bald zu einem Triosatz aus – jetzt prägen Doppelgriffe die Violinpartie.
Salzburger Skordatur-Stücken recht nahe. Ob da nicht doch Heinrich Ignaz Franz In gleicher Form schließt sich eine Allemanda im Adagio an, die dann noch in

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virtuosen Solo-Figurationen variiert wird. Wie der Exkurs in ein Violinkonzert Nach der italienischen Praxis seiner Zeit nennt Castruccis Druck als
mutet das Presto in der zunehmenden Dichte seiner geigerischen Finessen an, Begleitinstrument der Violine noch vor dem Cembalo den „Violone“  – womit
bevor ein vielfach variiertes Vivace über einem lapidaren Harmonieschema zum in diesem Fall das Bassinstrument der Violinfamilie, größer als das heutige
Triosonaten-Ton zurückkehrt. Mit einem schlichten Menuett klingt die Sonate Violoncello, gemeint ist. Für die Aufnahme hat der Cellist Johannes Loescher
eher verhalten aus. ein entsprechendes Instrument mit dunklem und voluminösem Ton ausgewählt.
Eine Generation später gehört Arcangelo Corellis mutmaßlicher Schüler Pietro Hinzu kommt eine Laute als Harmonieinstrument. Auf ihr leitet Michael Freimuth
Castrucci zu den Musikern, die die italienische Violinkunst auf die britische die Sonate zudem mit einem improvisierten Vorspiel ein.
Insel tragen. Im Rom hat Castrucci zur gleichen Zeit wie Georg Friedrich Händel Gut anderthalb Jahrzehnte nach Castrucci bietet auch Giuseppe Tartini in
im Dienst des kunstsinnigen Marchese Francesco Ruspoli gestanden. 1715 trifft seinem ersten Sonaten-Opus ein Skordatur-Stück als abschließenden Höhepunkt.
er im Gefolge des aus Italien zurückkehrenden Earl of Burlington in London Diese als Pastorale bezeichnete Satzfolge ist eine Zugabe zum üblichen Sonaten-
ein und wird dort bald der Konzertmeister im Orchester der Royal Academy of Dutzend, in dem Tartini die normale Violinstimmung verlangt. Wie Castrucci
Music, Händels Opernunternehmen. Etwa drei Jahre später debütiert er auf dem schreibt auch er in seiner A-Dur-Komposition eine Skordatur mit der Tonfolge
Londoner Notenmarkt mit seiner solistischen Sonatenkunst. Die Edition, die er a – e’ – a’ – e’’ vor. Und er macht in allen Teilen des Werkes ausgiebig von der
dem Earl of Burlington widmet, wird bald auch in Amsterdam nachgedruckt. Möglichkeit Gebrauch, unter der Melodielinie die Grundakkord-Töne a und e in
Wie es das Publikum von solch einem Opus 1 erwartet, präsentiert Castrucci mit der tiefen Lage mitzuspielen. Das kommt dem zunehmend folkloristischen Kolorit
der letzten Sonate eine Art Kabinettstück. Hier ist es eine a-Moll-Komposition in der Komposition entgegen: Der Grave-Beginn scheint noch einer manieristisch
Skordatur, in der die beiden tieferen Saiten der Violine jeweils um einen Ganzton idealisierenden Pastoral-Szene in der barocken Genre-Malerei zu entsprechen,
von g nach a bzw. von d’ nach e’ hochgestimmt werden. Wiederum bieten die vier während die Violine im folgenden Allegro offenbar ein dörfliches Tanzvergnügen
Saiten also zwei Töne in unterschiedlichen Oktaven an. anführt. Der abschließende Satz, der kontrastreich zwischen Largo- und Presto-
Für Castrucci ist die klangliche Veränderung aber deutlich wichtiger als die Abschnitten im 12/8-Takt wechselt, verbindet Motive aus dem Folkloregesang und
Erschließung neuer Doppelgriff-Möglichkeiten: Das Adagio Andantissimo, mit der Klangwelt der volkstümlichen Instrumente Dudelsack und Drehleier zu einer
dem die Sonate beginnt, führt fast ausschließlich die gesanglichen Qualitäten der reiz- und effektvollen Melange, die auch dissonante Klänge genussvoll auskostet.
Violine vor, dies aber in einem umso kantableren Arien-Ton. Als mehrstimmig Als Tartini diese Komposition 1734 veröffentlichte, war er schon europaweit
auftrumpfendes Konzertinstrument zeigt sich die Violine erst im Fugato-Anfang als Violinvirtuose einer neuen Generation bekannt geworden. Von einem
des anschließenden Allegro; differenziert artikulierte Sechzehntelgruppen mehrjährigen Aufenthalt in Prag zurückkehrt, hatte er sich in Padua
und ein bravouröser Arpeggio-Abschnitt bestimmen den weiteren Verlauf des niedergelassen und eine gut frequentierte Geigenschule eröffnet. Ihm gelang es,
Satzes. Am Ende stehen nach einer kurzen Adagio-Überleitung Variationen für die Violine neue ornamentale Ausdrucksmöglichkeiten zu entwickeln und
über ein Andante-Thema, dessen eingängige Melodie immer reicher diminuierte zugleich in die weicheren Harmonien des aufkommenden empfindsamen Stils
Umspielungen erfährt. einzufügen.

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Am Ende des Programms lädt eine Zugabe dazu ein, den Bogen von Tartini, A CHAMELEON OF SOUND
dem Visionär des Violinspiels an der Schwelle zur Frühklassik, noch einmal gut
einhundert Jahre zurück zu schlagen: zu jenem frühbarocken Pionier Biagio Marini, Biagio Marini was born in Brescia, a city renowned for its violins; one of the
der in seiner Sonata seconda d’inventione die frappierenden Wirkungen der Violin- first Italian violin virtuosi to perform north of the Alps, he delivered exactly
Skordatur erstmals vorstellt. Damals entfaltete Marini offenbar eine ähnliche what he promised in the subtitle of his op. 8 sonatas (1629): curiose & moderne
europaweite Wirkung wie später Tartini, dessen Opus zuerst beim Amsterdamer inventioni, “remarkable and modern inventions”. In some sonatas he used
Verleger Le Cène erschienen ist. Marini publizierte zwar 1629 noch in Venedig, double-stopping, transforming the violin, normally a melodic instrument, into
der Widmungsträger seines Drucks war aber sein langjähriger Dienstherr nördlich a polyphonic and harmonic instrument for a short time. Marini went even
der Alpen: Der einflussreiche Pfalzgraf Wolfgang Wilhelm aus Neuburg an der further in his Sonata seconda d’inventione: during seven bars in the middle of
Donau hatte den italienischen Konzertmeister u. a. auch in seiner Zweitresidenz the piece in which only the continuo instruments play, he demanded that the
Düsseldorf und bei Gastbesuchen in Brüssel aufspielen lassen. top string on the violin be tuned down from E to C (Qui si accorda il Cantino
Marini ist mit seiner relativ kurzen Sonate dem Anschein nach der einzige in terza minore). This is followed shortly afterwards by seemingly polyphonic
Komponist geblieben, der nicht nur mitten im Stück die Skordatur der obersten passages that make clever use of the distance of a minor third between the two
Saite verlangt, sondern kurz darauf, nach fulminanten Doppelgriff-Passagen in higher strings. Another section for continuo then follows, during which the
Terzen, auch noch die Rückkehr in die Ausgangs-Stimmung. Mit dem zweimaligen uppermost string is retuned to the usual E for the final part of the sonata (Qui
Umstimmen in der Aufführung wird er sein Publikum nachhaltig beeindruckt si torna il Cantino in quinta).
haben. Marini was the first to employ this technique on the violin and it was soon
given the name of scordatura: an alternative tuning in which at least one string
Bernd Heyder is tuned to another tone instead of the usual tuning of the instrument in fifths
(G-D-A-E). Such a technique allows unusual possibilities of fingering and
therefore new sequences of chords in polyphonic playing, although composers
found it equally important that each scordatura gave the instrument many
new colours of sound and therefore a different character. The violin then
truly became a chameleon of sound, an instrument whose new timbres would
continue to astonish its players just as much as its listeners.
The Bohemian-born master violinist Heinrich Ignaz Franz Biber presented a
cycle of sonatas that explored every possible example of scordatura some fifty
years after Marini. He explained his concept for his instrumental meditations
on the fifteen holy mysteries of the Rosary in the work’s dedication to his

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employer, the Prince Archbishop of Salzburg, Max Gandolph von Kuenburg, today as a composer of keyboard and orchestral works. The ensemble has added
stating “You will find my four-stringed lyre untuned in fifteen different ways”. a viola da gamba, the string instrument preferred by the nobility of the time, to
An intense artistic exploration of the Rosary Sonatas then led violinist Mayumi reinforce the bass line; it is played here by Christoph Urbanetz.
Hirasaki to explore the fascinating phenomenon of scordatura as used in Baroque Biber was appointed Hofkapellmeister by Prince Archbishop Max Gandolph three
repertoire both north and south of the Alps, beginning with another work by years after the publication of his solo sonatas for violin; he remained in this
Biber, one taken from his collection of Sonatae, violino solo. This collection of eight position until his death in 1704. A Salzburg violinist named Johann Joseph
works was published in Nuremberg in 1681 and was dedicated to Max Gandolph, Vilsmayr became one of his pupils and subordinates on 1 September 1689
who had in the meantime promoted him from private chamber musician to and was later to be appointed one of the chamber musicians to the court. This
Salzburg’s second Kapellmeister. The Rosary Sonatas were still in manuscript is reflected in the title of the six partitas for violin that he published in 1715:
form at that time. Artificiosus Concentus pro Camera. While Vilsmayr stated that these works were
Biber has hidden the scordatura almost completely in the published volume, as for Violino Solo Con Basso bellè imitate, the fact that no continuo part has survived
it exists only in the middle of the sixth sonata. This sonata in C minor begins in has been the source of much irritation to modern researchers. It has, however,
normal tuning, with a short introduction in which the violin imitates the terse since become clear that Vilsmayr’s terminology is meant to express polyphonic
base theme; it finishes with an extended passacaglia in which new and largely playing by a solo violin: the instrument itself imitates the bass line. Biber once
polyphonic variations are continually developed by the violin above the bass again had provided a perfect example of this with the Passacaglia at the end of
line. The sonata could well be thought to be at an end after the magnificent final his Rosary Sonatas.
crescendo of the Passacaglia, but Biber then marked a fermata; he then wrote the Vilsmayr provided four different scordaturas for his six partitas. Partita No. 5 is
word Accordo and notated how the violin is to be retuned under it: the E string in G minor, as is Biber’s scordatura sonata movement from 1681; Vilsmayr chose
is to be retuned to D and therefore to be one octave above the third string. The the same scordatura tuning of G-D-A-D, whilst the opening of the Preludio with
instrument’s timbre immediately changes and becomes deeper. The work now its arpeggio chords is also a reference to Biber. Seven stylised dance movements
changes direction, becoming prelude-like with another bass figure in G minor; now follow: although their titles suggest a French suite, their sequence is as
this is first confirmed by the violin in harpeggio with broken chords and then in original as their spelling. A nimble Gavott that is almost completely restricted
a kind of solo cadenza with rapid expressive passages. After a lively gavotte, the to one voice is followed by a Saraband whose melancholy gravity is emphasised
sonata finds its way back to C minor via organ-like tremolo chords – but not to by chordal accents. Short dialogues seem to develop between an upper line and
the violin’s original tuning. The D that is sounded by the upper strings again and a bass instrument in the second part of the Rigodon — this effect is repeated
again at the ends of phrases strikes the ear most effectively. in the concluding Retirada after the Guique, Menuett and Boure have also been
The continuo group for the Biber sonata consists of a theorbo and a harpsichord; heard. The final movement also repeats the partita’s arpeggio opening. Vilsmayr’s
this latter instrument would have been played by the organist Georg Muffat, who witty melodic contours have inspired Mayumi Hirasaki to enrich the repeats of
was employed at the Salzburg court around 1680 and whose name is still known sections of individual movements with improvised ornamentation.

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It is clear that Vilsmayr adopted the scordatura techniques of his teacher Biber eventful decades as a violinist, singer and opera composer spent principally in
in his partitas, but where did the origins of this technique lie? Did Biber bring Rome, but also in Naples, Genoa, Mantua and Modena. Lonati’s solos seem less
this practice from his Bohemian homeland to Salzburg? A glance at the richly serene than the op. 5 Sonatas by the Roman violin master Arcangelo Corelli;
endowed music library of the bishops of Olomouc in the diocese archive of these latter works were published one year earlier and are today regarded as
Kremsier (today Kroměříž in the Czech Republic) seems to indicate this, for classics of their genre. One might, however, say that Lonati was a more original
Biber had been a chamber musician in the employment of Prince Bishop Karl composer, for half of the compositions presuppose a scordatura: Sonata Nr. 1 in
von Liechtenstein-Kastelkorn there before he took advantage of a shopping trip G minor in the second half of the volume assumes that the two uppermost violin
to the Tyrolean master luthier Jacobus Stainer to move to Salzburg in 1670. strings are tuned down by one whole tone to G-D-G-D, ensuring that the notes
The regions of Olomouc and Kremsier continued to appreciate sophisticated violin G and D sound alternately on the open strings at octave intervals.
literature even after Biber’s departure, as can be seen from a manuscript with The atmosphere of this Northern Italian music from around 1700, however, first
dance movements for solo violin in various scordaturas written after 1670; these conjures up a toccata, an improvisation by Lorenzo Ghielmi — our keyboard
surviving Balletti have unfortunately no indication of authorship. A suite in G continuo was born, as was Lonati, in Milan, although some 300 years later. The
minor in this manuscript requires the uppermost violin string to be lowered by a violin demonstrates its warmly timbred scordatura sound in the sonata with what
whole tone. The order of the movements has become muddled in the manuscript: seem to be improvised chains of semiquavers over a continuo pedal note before
the Gigue and its variations are found a few pages before the Allemanda which, it begins a dialogue with the bass voice in a Largo. The music soon expands into a
after a Corrente, is followed by the Sarabanda and then the Double; this last-named trio movement in which double-stopping dominates the violin part. An Allemanda
movement, however, is clearly a further variation of the Gigue. The technical is followed by an Adagio in the same manner, which is then ornamented with
requirements and style of the violin part, at times polyphonic and at times using virtuoso solo passagework., The increasing density of the violin’s elaborations
virtuoso runs and leaps, are similar to those of the Salzburg scordatura pieces. makes the Presto seem like a digression in a violin concerto, before a Vivace with
Could it be that Heinrich Ignaz Franz Biber might have sent his former Olomouc multiple variations signals a return to the trio sonata character over a clear and
employer these works without placing his name on the manuscript? terse harmonic scheme. The sonata comes to a somewhat restrained conclusion
The scordatura technique was not limited to areas north of the Alps even in with a simple Menuett.
Biber’s day. The Habsburg dynasty, which dominated the southern German Pietro Castrucci, a presumed pupil of Arcangelo Corelli, was one of the
and Austrian regions and Northern Italy in particular, brought about constant musicians who brought the art of the Italian violin to the British Isles one
cultural exchange; the imperial court in Vienna had also been home to mainly generation later. Castrucci had been in the service of the art-loving Marchese
Italian musicians for centuries. The Milanese composer Carlo Ambrogio Lonati Francesco Ruspoli in Rome at the same time as George Frideric Handel; he arrived
dedicated his most important collection of instrumental works, the XII Sonate a in London in the train of the Earl of Burlington on the Earl’s return from Italy
Violino Solo e Basso, to the emperor Leopold I, himself a composer. When Lonati, in 1715 and soon became concertmaster of the orchestra of the Royal Academy
a contemporary of Biber, compiled this volume in 1701, he could look back on of Music, the opera company founded by Handel. He published a volume of solo

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sonatas for the first time in London some three years later, dedicating them the Grave corresponds to a mannered and idealised pastoral scene in a baroque
to the Earl of Burlington; this edition would soon be reprinted in Amsterdam. genre painting, whilst the violin seems to lead a village dance in the following
As the public would expect from such an Opus 1, Castrucci’s final sonata of this Allegro. The concluding movement alternates richly contrasting Largo and Presto
set was a true virtuoso showpiece. It is set in A minor with scordatura: the two sections in 12/8 time and combines folk themes and the timbres of bagpipes and
lower strings of the violin are tuned up by a whole tone, G to A and D to E. Once hurdy-gurdy, creating a charmingly effective melange that makes its dissonant
again the four open strings play two notes in different octaves. harmonies seem a delight.
For Castrucci, however, the change in timbre was much more important than the Tartini became known throughout Europe as a violin virtuoso of the new
development of new possibilities for double-stopping. The Adagio Andantissimo generation when he published this composition in 1734. After several years in
that opens the sonata displays the cantabile and arioso qualities of the violin Prague, he returned to Padua and opened a popular and successful violin school.
almost to the exclusion of all else. The violin presents itself as a polyphonic He succeeded in developing new ornamental expressive possibilities for the violin
concert instrument only in the fugato beginning of the following Allegro, after that he was able to introduce into the softer harmonies of the emerging rococo
which groups of semiquavers with varied articulations and a bravura arpeggio style.
section determine the further course of the movement. A short Adagio transition The final work in this programme invites the audience to go back almost a century
follows, after which come variations on an Andante theme: its charmingly from Tartini, the visionary of violin playing on the threshold of the early classical
accessible melody is ornamented more and more. period, and to return to Biagio Marini, the pioneer of the baroque who introduced
According to Italian practice of his time, Castrucci’s edition calls for the violone the striking effect of the violin scordatura for the first time in his Sonata seconda
— the bass instrument of the violin family, larger than today’s violoncello — to d’inventione. Marini’s European fame was as great at that time as Tartini’s was
be the accompanying instrument for the violin, preferring it to the harpsichord. later to be. Tartini’s works were first published by Le Cène in Amsterdam, whilst
Cellist Johannes Loescher has chosen an instrument with a dark and voluminous Marini’s work was published in Venice in 1629; Marini’s volume was dedicated to
tone for this recording. A lute is also used as a harmony instrument; Michael his long-time employer north of the Alps: the influential Count Palatine Wolfgang
Freimuth introduces the sonata with an improvised prelude on it. Wilhelm from Neuburg on the Danube had taken Marini to perform at his second
A good one and a half decades after Castrucci, Giuseppe Tartini also offered a residence in Düsseldorf and in Brussels during his visits there.
scordatura piece as the final work in his first volume of sonatas. This sequence Marini seems to have been the only composer who demanded not only the
of movements, entitled a Pastorale, is in addition to the usual dozen sonatas scordatura of the top string halfway through a relatively short piece, but also
in which Tartini requires a normal violin tuning. Like Castrucci, Tartini also a return to the original tuning after performing several brilliant double-stop
prescribed a scordatura A-E-A-E for this work in A; he also makes extensive use passages in thirds. His retuning of the instrument twice during his performance
of the possibility of playing the basic harmony notes A and E in the low register would have left an indelible impression on his audience.
below the melody line in each section of the piece. This technique particularly Bernd Heyder
suits the increasingly folkloric colouring of the composition: the beginning of Translated by Peter Lockwood

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MAYUMI HIRASAKI was born in ensembles in concerts throughout
Japan and initially studied modern Europa, the United States of America
violin at the Tokyo University of and Japan. Here the list includes
the Arts. She then continued her the Akademie für Alte Musik Berlin,
studies at the Hochschule für Musik La Cetra Basel, Dresden Festival
Nuremberg under Prof. Daniel Gaede Orchestra, Freiburger Barockorchester,
and specialized in Baroque violin under Kammerorchester Basel, Gaechinger
Prof. Mary Utiger at the Hochschule für Cantorey Stuttgart, King’s Consort, La
Musik und Theater München. Further Divina Armonia, II Suonar Parlante and
study programs followed with Prof. II Gardellino.
Giuliano Carmignola in Lucerne and Among her chamber music partners
with Prof. Christine Schornsheim in are interpreters such as Christine
Munich, where she studied harpsichord. Schornsheim, Michael Freimuth,
She won prizes at international Lorenzo Ghielmi, Vittorio Ghielmi,
competitions such as the Johann Francis Jacob and Maurice Steger. She
Sebastian Bach Competition in Leipzig taught Baroque violin and Baroque
and the Early Music Competition in viola at the Folkwang University of the
Bruges. Since 2011 she has been the Arts in Essen from 2009 to 2018 and
concertmaster of the Concerto Köln holds a professorship in baroque violin
and in this capacity has performed and viola at the University Mozarteum
with conductors and soloists such Salzburg since October 2017.
as Peter Dijkstra, Andrea Marcon,
Pablo Heras-Casado, Hans-Christoph
Rademann, Giuliano Carmignola,
Dorothee Oberlinger, Midori Seiler,
Simone Kermes, Vivica Genaux and
Valer Sabadus.
Additionally, she regularly performs
with various Baroque orchestras and

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LORENZO GHIELMI has devoted Salzburg, Conservatoire National
many years to the study and Superieur de Musique in Paris, Hoch-
interpretation of music from the schule für Musik in Lubeck, New Eng-
Renaissance and the Baroque as land Conservatory in Boston, Acade-
organist, harpsichordist and conductor. my of Music in Krakow, ...).
He gives concerts throughout Europe, He has also supervised the construc-
in Japan, in Korea and in America, tion of several modern organs, in-
and he has made many recordings for cluding the monumental instrument
radio and for an extensive discography. in Tokyo Cathedral and of Palma de
Several albums have been awarded the Mallorca Cathedral.
Diapason d’or. He conducts his own ensemble La
He teaches organ, harpsichord and Divina Armonia, touring through
ensemble music at the Civica Scuola di many festivals in Europe and Japan.
Musica di Milano. From 2006 to 2015
he has been Professor of Organ at the
Schola Cantorum Basiliensis in Basel.
He is organist of the Ahrend organ in
the Basilica San Simpliciano, Milan,
where he has performed the complete
organ works of Johann Sebastian
Bach.
Lorenzo Ghielmi has been a juror at
many international organ compe-tit-
ions (Toulouse, Chartres, Tokyo, Bru-
ges, Freiberg, Maastricht, Lausanne,
Nuremberg), and has been entrusted
with conferences and masterclasses
at many music institutions (Music
Academy of Haarlem, Mozarteum

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CHRISTOPH URBANETZ graduated He performs as a soloist and with MICHAEL FREIMUTH lives near Following the lute works by Silvius
with distinction at the Mozarteum renowned ensembles such as Il Giardino Kiel and has travelled as a soloist Leopold Weiss from Schloss Rohrau,
Salzburg with Vittorio Ghielmi and at Armonico, Concentus Musicus, Il and continuo player with leading another CD recording of previously
the Schola Cantorum Basiliensis with Suonar Parlante. In 2009 his album baroque orchestras under renowned unknown compositions was released
Paolo Pandolfo. An Erasmus stay took “The Forqueray Family” was released by conductors in Europe, the USA, Japan in 2017 with sonatas by Michele
him to Paris for studies with Christophe Brilliant Classics. and South Korea. Platano.
Coin. Christoph Urbanetz teaches viola da He studied guitar and lute in Essen,
He was awarded prizes at numerous gamba at the University of Arts in Graz, Vienna and Cologne. Important
international competitions: Bach-Abel at the University of Music in Krakow, teachers were Karl Scheit, Konrad
Competition in Köthen, International at the Austria Baroque Academy in Ragossnig and Konrad Junghänel.
Competition for Viola da gamba in Gmunden and the Miszla Baroque Michael Freimuth focuses on lute
Sevilla; International Biber Competition Academy in Hungary. and guitar music of the 16th–19 th
in St. Florian and at the International century. He owns an original lute from
Schmelzer Competition in Melk. 1740 and a harp guitar from 1847.
christophurbanetz.com michael-freimuth.de
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JOHANNES LOESCHER studied and freelance musician in Cologne. In
cello with Rocco Filippini at the addition, he regularly gives lectures
Conservatorio Giuseppe Verdi in Mi- on the subject of historical string
lan. At the Scuola Civica di Liuteria instruments and performance practice
di Milano he also earned a diploma and is, also through his publications,
as violin maker and restorer. He was a sought-after specialist on the topic
trained as a museum restorer at the of the violone.
Germanisches Nationalmuseum in He is a member of various chamber
Nuremberg and received his master's ensembles and baroque orchestras
degree in musicology from the and plays regularly on CD and radio
University of Erlangen. He specialised productions.
in historical performance practice
taking master classes in baroque
cello with Anner Bylsma and Gerhart
Darmstadt. He lives as a violin maker

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Special thanks to the musical archives of Kroměříž for the manuscript (anonymous: Balletti Violino solo,
Sign. A 4683) and especially to Pavla Přikrylová, curator & administrator.

Recording |Deutschlandfunk Kammermusiksaal, Cologne (DE), 16-19 November 2019


Recording producer, digital editing | Johannes Kammann for Nordklang Musikproduktion
nordklang.de
Balance engineer| Christoph Rieseberg (Deutschlandfunk)
Executive Producer | Dr. Christiane Lehnigk (Deutschlandfunk)
CD producer | Jan De Winne, Musurgia BV
Photos | Johannes Loescher (pp. 21, 23, 24, 25), Dominik Schneider (p. 26)
Artwork | Lucia Ghielmi
Editorial supervision | Susanne Lowien
Ⓟ 2020 Deutschlandradio/Passacaille |© 2020 Deutschlandradio/Passacaille | PAS 1080
passacaille.be

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